Wednesday, July 19, 2006

Müll...

... auch ein interessantes Thema in Japan!

Grundsätzlich sind die Japaner uns Deutschen da weit voraus. SIE haben begriffen, dass man den Biomüll nicht 2 Wochen rumstehen lassen sollte um ihn dann samt quicklebendiger Maden-Grossfamile zu entleeren. Hier wird Bio- und Restmüll dreimal die Woche entsorgt, Plastikfolien einmal, Plastikflaschen, Glas, Dosen und Papier auch einmal.

Wenns das gewesen wäre, wär ich nicht in Japan denn auch dazu gibts Regeln:
- Papier und Kartons nehmen sie nur fein säuberlich gefaltet mit. Papier in einem Karton sammeln und dann so hinstellen? Nee, nee! Dann hast du deinen Papiermüll ziemlich schnell wieder da wo du ihn nie wieder sehen wolltest: vor deiner Haustür
- Plastikflaschen müssen zerdrückt werden, ABER der Plastikdeckel muss UNBEDINGT abgeschraubt und in den Restmüll geworfen werden
- Blechdosen, die mit den Plastikflaschen GLEICHZEITIG abgeholt werden, dürfen um Himmels willen NICHT zerdrückt werden (obwohl sie in der gleichen Tüte sind)

Zu meinen neuen Pflichten der Vorzeigehausfrau gehört es also, jeden Tag mit Müllbeuteln zum örtlichen Müllabladeplatz zu tingeln - und zu hoffen, dass ich alles richtig gemacht habe :)

Das zum Müll bis hin zum Müllplatz... was danach passiert, lässt jedes erwärmte Herz eines Ökos der das obige zum Thema Mülltrennung gelesen hat, wieder spontan erkalten:


In Japan wird es immer schwieriger, geeignete Flächen zur Deponierung von Industrieabfällen zu finden. Bereits in vier Jahren werden alle Müllplätze ihre Aufnahmekapazität erreicht haben, warnt eine neue japanische Regierungsstudie. Die Lage sei "ernster als je zuvor". Weil im dicht besiedelten Japan kaum Platz für neue Deponien zur Verfügung steht, floriert schon jetzt der illegale Müll-Export.
Japans Industrie produziert jährlich etwa 400 Millionen Tonnen Abfall, so die Studie. Hauptverantwortlicher für die gigantischen Müllmassen ist die Bauindustrie, deren Großprojekte massiv von der Regierung in Tokio subventioniert werden. Aus Mangel an Deponieflächen verbrennt Japan 75 Prozent seines Mülls, in Deutschland oder den USA liegt der Anteil bei 20 Prozent. Trotzdem droht das wirtschaftsstärkste asiatische Land im Abfall zu ersticken.
Wegen der fehlenden Deponiefläche haben japanische Unternehmer ihren Müll in den letzten Jahren zunehmend illegal ins Ausland verfrachtet, besonders in die Nachbarländer. Vor zwei Jahren gestand der Präsident einer großen Entsorgungsfirma, über 2.000 Tonnen Spritzen, Windeln und andere Abfälle in die Philippinen exportiert zu haben. Die Container waren mit dem Schriftzug "Wertsachen" gekennzeichnet.

0 Comments:

Post a Comment

<< Home

free web page hit counter